Als ich meinen Unterricht neu strukturieren wollte, habe ich nach einer Alternative zum klassischen Hausaufgabenheft gesucht. Mir fehlte darin etwas Entscheidendes: die Möglichkeit für die Kinder, ihr eigenes Lernen bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren.

Also habe ich meinen eigenen Wochenplaner entwickelt. Jede Woche kleben die Kinder ihn in ihr Heft. Sie tragen nicht nur ihre Aufgaben ein, sondern auch ihre persönlichen Ziele. Am Ende der Woche überlegen wir gemeinsam: Habe ich mein Ziel erreicht? Was lief gut? Was möchte ich in der nächsten Woche anders machen?

Für mich ist der Wochenplaner/Jahresplaner ein echter Gewinn im Unterricht:

  • Die Kinder lernen, selbstständig zu planen und Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen.
  • Ich bekomme eine gute Grundlage für Gespräche über Arbeitsverhalten und Lernfortschritte.
  • Eltern erhalten durch den Planer eine klare und strukturierte Rückmeldung zur Woche und können ihre Beobachtungen eintragen.

So ist der Wochenplaner nicht nur ein organisatorisches Hilfsmittel, sondern auch ein Kommunikations- und Reflexionsinstrument, das Schüler:innen, Eltern und Lehrkraft miteinander verbindet.

Entwicklung des Jahresplans im Laufe des Zeit

Sonstiges Seiten aus dem Jahresplaner

Wochenplan zum Einkleben

Ihr findet Beispiele vom Wochenplan: HIER

5 Antworten zu „Wochenplaner statt Hausaufgabenheft”.

  1. Avatar von inventiveef1cf3be39
    inventiveef1cf3be39

    liebe Jessica , ich verschlingen deine Podcasts. Vielen Dank

    Würdest du mir einige Fragen beantworten?

    Wie viele Stunden arbeitest du am Wochenplan?

    Welche Materialien bietest du für die Freiarbeit an?

    Wann gibst du Input?

    ich danke dir. Ich könnte mir auch eine Coachingstunde von dir vorstellen, die ich natürlich bezahle. Ist dies vielleicht möglich?

    Beste Grüße

    Vera

    1. Liebe Vera,
      ich danke dir von Herzen für deine Rückmeldung! Über persönliche Nachrichten freue ich mich immer sehr. Ich sehe zwar ständig die Zahlen (Hörer, Downloads usw.), aber das bleibt alles so anonym. Deshalb danke ich dir umso mehr, dass du dir immer wieder die Zeit nimmst! 😊

      Nun zu deinen Fragen:

      Aktuell habe ich eine neue 4. Klasse an einer neuen Schule. Es dauert natürlich, bis alle Abläufe wirklich sitzen – aber in der letzten Woche (der 6. Schulwoche) habe ich gemerkt, dass wir Fortschritte machen. Ich hatte mehrfach Besuch im Unterricht (Kollegen, Schulleitung, zwecks Absprachen), und jedes Mal wurde ich darauf angesprochen, wie ruhig und konzentriert die Kinder arbeiten – alle in Bewegung, aber leise und beschäftigt. Da wurde mir klar: Es tut sich was!
      Aber klar – es kostet Kraft und braucht Zeit. Umso besser kann ich nachempfinden, wie es sich anfühlt, wenn man „etwas“ verändern möchte. Ich finde es großartig, dass du dranbleibst, viel ausprobierst und nachfragst! Die Schullandschaft braucht mehr Veras! 🙌

      Zuletzt hatte ich z. B. ca. 5 Stunden WP (also komplett eigenverantwortlich):

      Deutsch:

      Thema: Wortfamilien (in Kombi mit RS-Strategien) an Stationen, Wortfamilien mit dem AH, auf Anton, Lesetandem, Lesespurgeschichte, Leseheft

      Freiarbeit nach selbstgewähltem Schwerpunkt: Wortarten und Rechtschreibung – beides mit Material (teilweise gekauft und laminiert, teilweise selbst erstellt)

      Mathematik:

      Thema: Zahlenraum bis 10.000

      Übungen: Zahlen darstellen, lesen und schreiben; Zahlenwörter lesen und schreiben in Partner- oder Einzelarbeit

      Außerdem: Legematerial mit Selbstkorrektur, Arbeitsblätter und Heftarbeit, Rechenspaziergang zum Thema Zahlendarstellung

      Zum Material:
      Ich kaufe und produziere viel selbst.
      Das Tandemlesen habe ich z. B. gekauft – 20 differenzierte Texte, die ich laminiert habe. Lesekisten habe ich auch, genau wie die Lehmann-Kisten, die ich regelmäßig nutze. Ich mache demnächst mal Fotos davon!
      Bei den Wortarten habe ich das Material selbst erstellt: Satzstreifen mit Selbstkontrolle, Holzsymbole (gekauft) oder Symbole aus Papier (gebastelt), sowie Streifen, mit denen die Kinder Sätze nach Symbolen bilden können.(Differenzierung)

      Den Input gebe ich jeweils zu Beginn der Stunde – mal inhaltlich, mal zur Zielklärung. Ich frage auch immer, ob sich jemand gerade nicht in der Lage fühlt zu arbeiten. Dann sind wir ein Team – so lange, bis es wieder läuft. In der Zeit erkläre ich nochmal das Thema und wir üben meist auf dem Teppich. Arbeiten alle, so gehe ich rum und stelle Fragen… oder biete zusätzlichen Input an für Leistungsstarke… oder oder oder Im Grund sitze ich nie, sondern bin immer am Kind!

      In der Klasse ist natürlich noch nicht alles routiniert. Es dauert eben. Aber Stück für Stück merkt man: Es passiert was!
      Hast du Ideen, wie „mehr Einblick“ aussehen könnte? Das Thema ist nicht einfach, denn ich habe bisher Vieles recht unbewusst-routiniert gemacht und werde jetzt durch das LIBRA, Podcast, neue Klasse „gezwungen“ das alles bewußter wahrzunehmen und zu erklären, ohne alle um mich zu überfordern! 🙂 Auch ich fühle mich wie ein Allien… Aber ich beantworte gerne deine Fragen und das hilft mir neue PodcastThemen zu finden, die relevant sind!
      PS: Ich habe überlegt eine Facebook-Gruppe zu bilden, um Ideen/Input auszutauschen… falls du Interesse hast: https://www.facebook.com/groups/1602838377756518/

      liebe Grüße
      Jessica

  2. Liebe Jessica,

    zunächst einmal herzlichen Dank für deinen Podcast und dein Anschauungsmaterial. Könntest du mir mal einen Beispiel-Wochenplan von dir zeigen?

    Liebe Grüße

    Jenny

    1. Liebe Jenny,

      ich habe ein Beispiel hochgeladen. Da ich die WP nicht speichere, sondern nur die Vorlagen, kann ich nicht so viele Beispiele zeigen. Wenn du noch Fragen hast, zögere bitte nicht!
      Beste Grüße
      Jessica

      1. Liebe Jessica,

        hab ganz lieben Dank für deinen Input und die Beispiele für den WP. Ich war so frei und habe mir dein Angebot an Vera zu eigen gemacht und bin bei Facebook der Gruppe beigetreten. Ich bin ein absoluter Fan deines Podcast und kann seitdem Montage kaum erwarten. Ich freue mich auf weitere Folgen und teile meine Erkenntnisse daraus mit Lehrkräften aus meiner Schule. Bin gespannt, ob ich da was bewirken kann. Meine SL kommt mich jedenfalls bald mal im Unterricht besuchen. Vielleicht ein Start für die kollektive Wirksamkeit 🙂

        Viele Grüße

        Jenny

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