Strategie zum Aufsetzen von Affiliate Seiten mit Mehrwert

Bei dem Aufsetzen neuer Projekte hat jeder seine Strategie: Domain sichern, WordPress rauf, Theme installieren, die 5-10 Standard Plugins, Text bei Textbroker bestellen, Bilder gekauft, und dann wird das Ganze aufgesetzt. Wer einen Tag plant, die Dinge anschiebt, kann mit ein bisschen Investment die Grundstruktur eines neuen Projekts fertig haben.
Nun kommt der Teil wo man Links aufbaut. Ein paar Kommentare, Artikelverzeichnisse (aber nur die guten) Expired Domains, Forenlinks etc. Manch einer hat einen genauen Plan wie und in welcher Anzahl er die Links aufbaut, sein „Geheimrezept“.
Diese Prozesse funktionieren, die Frage ist wie lange und wie gut? Was mir bei Projekten aufgefallen ist, wenn man weiß man bekommt Links, weil man diese selber setzt, wird man nachlässig. Daher habe ich versucht meine neuen Projekte ganz ohne eigene Links zu konzipieren und zu überlegen, wo würden andere Leute Links setzen, was ist guter Content, der auch auf einer Affiliate Seite zu finden sein darf. Das Ergebnis war schon recht verblüffend.

Weniger Seiten die dem Verkauf dienen

Ich habe die Anzahl der Seiten auf denen nicht verkauft wird stark angehoben. Geschätzt von einem Verhältnis 90 zu 10 auf ein Verhältnis 60 zu 40. Ich biete mehr Informationen, Tabellen und Vergleiche. Aus informativen Seiten verlinke ich nicht direkt über Affiliate Links in die Shops, sondern auf meine Unterseiten zu dem Produkt.

Wissende Besucher weiterleiten, statt schnell weiterleiten

Ich habe das Seiten-Layout der Beiträge anders strukturiert, war ich vorher auf einen schnellen Klick Out aus, so versuche ich jetzt den Leser eher zu greifen und ihm schnell den Mehrwert meines Content mitzuteilen. Macht meiner Meinung nach Sinn, denn wenn der User alles zu dem Produkt wüsste, braucht er nicht zu meiner Seite gehen, sondern geht gleich zu Amazon. Ich füttere Ihn also mit wichtigen Informationen und lasse Ihn erst dann weiter. Mag sein das die CTR sinkt, die CVR steigt jedoch.

Startseite ist der Pförtner

Die Startseite hat mehr Deeplinks zu einzelnen Bereichen meiner Seite. Ich versuche nicht hier schon das Herzstück der Seite wie eine Vergleichstabelle zu zeigen, sondern eher jeden Leser in die richtige Richtung zu leiten. Nach dem Bedürfnis was er sucht, relevante Produkteigenschaften und nach dem Kenntnisstand den der Besucher hat.

Mehr Vergleiche

Aus eigener Erfahrung als User gibt es nicht schlimmeres als Amazon Partnerseiten mit Testberichten. Das Ranking der Test spiegelt oft einfach nur die Beliebtheit auf Amazon wieder. Bei komplexen Produkten wie Kaffee Vollautomaten gibt es ein Testranking. Wenn es hoch kommt wird dieses noch mal nach Preisklassen gesplittet. Dann kann ich mir noch verschiedene Vollautomaten nach Marke anzeigen lassen. Ob sich ein Produkt für mich eignet kann ich dort kaum erfahren. Ich müsste mir alle Testberichte durchlesen. Daher habe ich mehr Vergleiche erstellt, die wenige Produkte für bestimmte Bedürfnisse oder Produkteigenschaften zeigen. Welcher Kaffeevollautomat ist gut für Büros (Pflegeleicht und dauereinsatzfähig)? Welchen kann man auf eine Zeit programmieren? Welcher kann verschiedene Kaffeearten zubereiten? Welcher hat ein Fach für Espresso- und Kaffeebohnen? Das sind alles Bedürfnisse oder Produkteigenschaften, die man in seine Auswahl als User mit einbezieht.

Was ist den Kunden wichtig beim Kauf

Ich habe mich neulich mit jemanden aus einem stationären Kofferladen unterhalten. Er hat mir gesagt, was die von Kunden am häufigsten gestellte Frage bei Koffern ist: „Gepäck für wie viel Tage passt in diesen Koffer?“ Klar, ich weiß ich Fahre zwei Wochen weg. Der Koffer hat ein Volumen von 70 Litern. Sagt mir als Kunden der den zweiten Koffer in seinem Leben kauft erst mal nicht so viel. Wenn ich auf eine Affiliate Seite oder sogar einen Shop gehe gibt es diesen Filter nicht. Ich kann nach Marken oder Koffertypen sortieren. Nicht nach der Anzahl der Tage. Diese Information fehlt auf nahezu allen Produktdetailseiten. Die Kunden suchen auch nicht danach aktiv bei google, weil Sie diese Filter von Shops nicht gewohnt sind. Daher muss ich mich von der reinen Betrachtung von Keywordsuchvolumen lösen.

Wie kommt man an Bedarfsgruppen und relevante Produkteigenschaften?

Hier gibt es verschiedene Ansätze, alle Kosten jedoch etwas Zeit

  • Lest euch Amazon Reviews durch. Hier teilen die Kunden gerne Informationen mit euch. „Ich habe das Produkt gekauft um damit…“. „Leider musste ich feststellen, dass das Produkt … nicht kann“. „Wichtig war mir, dass das Produkt … hat“ usw. Ist diese Aussage ein Einzelfall oder denken viele so? Man merkt es wie oft Arguemente in verschiedenen Reviews genannt wurden und wie viele andere User die Argumente hilfreich fanden.
  • Geht in den stationären Handel und lasst euch beraten. Fragt dort auch was Unterschiede sind. Am besten ist es, wenn man sich für ein teures und günstiges Produkt interessiert. Oft nennen Verkäufer dann die Unterschiede und versucht euch zum Kauf des teureren Produkts zu bewegen. Fragt auch was andere Kunden wissen möchten und was oft gestellte Fragen sind.
  • Geht auf Messen, redet dort mit den entsprechenden Personal und fragt nach Produkteigenschaften.
  • Lest euch Testberichte durch, hier sind vor allem die Testberichte zu empfehlen von Personen, die das Produkt wirklich getestet haben. Hier erhaltet Ihr wichtige Informationen zu Anwendungsbeispielen

Es geht ja nicht darum tolle neue Informationen zu liefern, diese gibt es bereits, es geht darum diese Sinnvoll in eine Kaufentscheidung zu verpacken.
Dabei können unterschiedliche Naviagtions- und Einstiegspunkte für eure Seiten entstehen, die man auf der Startseite gut darstellen kann. Hat man bisher eine Hauptnavigation die sich auf Marken fokussiert, erhält man weitere Naviagtionen nach Produkteigenschaften und Bedarfsgruppen. Produkteigenschaften und Bedarfsgruppen können unterschiedliche Produkte enthalten in die Ihr die verschiedenen Kategorien einsortieren könnt.
Bedarfsgruppen können sein: Kaffeevollautomaten für Singles, für Büros, für kleine Küchen…
Produkteigenschaften: Kaffeevollautomaten mit Milchschäumer, mit Espressobohnen Behälter, Energiesparsam…

Gerade für Amazon Affiliates ist das Lesen der Reviews bei Amazon von Vorteil. Ihr liefert auf eurer Seite ein Argument, welches Ihr über die Reviews gefunden habt, für ein Produkt und empfehlt es daher euren Usern. Der User geht über eure Seite auf Amazon und liest dort selbst die Reviews. Er findet genau dieses Argument, welches damit eure Aussage bestätigt. Wenn man ein Argument an verschiedenen Stellen im Netz liest steigt damit das Vertrauen in dieses Argument. Das Review bestätigt somit eure Aussage und erhöht das Vetrauen der von euch ausgesprochenen Kaufempfehlung.

Fazit

Ich neige bei vielen Projekten zu stark an den Verkauf von Produkten zu denken, meine Seiten haben dadurch weniger Mehrwert und ich verlasse mich bei der Struktur zu stark auf die gewohnten Muster von Shops oder anderen Affiliate Seiten. Wenn man sich selber unter Druck setzt und auf eigene Links verzichtet bekommt man ganz neue Ideen, wie man eine solche Seite strukturieren kann um mögliche Linksziele für den organischen Linkaufbau zu erzeugen. Man teilt die Seite besser auf in Information und Verkauf. Man beginnt mehr darauf zu achten, was die eigentlichen Bedürfnisse der Kunden sind und kann dadurch auf seiner Seite schneller die Informationen zu einem Kaufentscheid zu liefern, da man Kunden gezielt in Kategorien lenkt, in denen Sie nur noch eine kleine, aber spezifische Auswahl an Produkten haben.