Affiliatetheme.io – Was es wirklich taugt

In den letzten Tagen sind relativ viele Artikel über das neue Affiliate Theme aus dem Hause endcore geschrieben worden und alle waren voll des Lobes. Nun, es ist kein schlechtes Theme, aber bei all den ganzen Produkt Features die das Theme mit sich bringt, gibt es einige Dinge die man zu dem Theme sagen sollte, damit User nicht die Katze im Sack kaufen.

Vorsicht bei gekauften Themes

Gekaufte Themes machen Sinn und ich setze zu 90% erworbene Themes ein. Oft bieten diese Themes Funktionen die man bei kostenlosen Themes nicht hat. Im Falle vom Affiliates Theme sind es eigens erstellte Beitragstypen wie Produkte oder Archive wie Shops oder Taxonomien mit denen man viel testen und spielen kann. Auch die Schnittstellen zu Netzwerken findet man kaum in anderen Themes wieder. Man merkt, das Theme ist gut durchdacht und auf bestimmte Bedürfnisse ausgerichtet.

Genau hier sehe ich auch eine Gefahr. Man begibt sich damit in eine Abhängigkeit. Wenn die Jungs nach zwei Jahren keine Lust mehr haben an dem Theme weiterzuschrauben, dann bleibt es in seiner Entwicklung stehen, wichtige Updates oder das Schließen von Sicherheitslücken kann dann aus bleiben. Der Wechsel zu einem anderen Theme ist durch die vielen individuellen Einstellungen sehr schwer und mit viel Arbeit verbunden. Ich will den Jungs von endcore nichts unterstellen, sie machen einen guten Job, aber man weiß nie wie es in Zukunft kommt und sollte immer einen Worst Case im Hinterkopf haben, wenn man sich mit einem Theme einlässt das so spezielle Funktionen hat, die mit einem anderem Theme nicht darstellbar sind. Dieses Szenario trifft übrigens auf alle gekauften WordPress Themes zu die viele individuelle Funktionen anbieten, nicht nur auf das Affiliate Theme von endcore.

Ich selbst habe das Affiliate Theme auf ca. 20 Seiten im Einsatz, bereits schon die V1, die als eine Art closed Beta lief. Durch Zufall bin ich mit André von endcore in Kontakt gekommen, denn eigentlich sollte er mir ein altes Theme mobilfähig machen, denn dort ist genau das eingetroffen, was ich oben beschrieben hatte, der Support für das Theme wurde eingestellt. Statt das alte Theme irgendwie auf Mobil zu trimmen hat er mir das damals noch unter dem Ladentisch angebotene Affiliate Theme in einem Skype Call vorgestellt. Ich war schon beeindruckt von den Möglichkeiten, aber ich habe bereits dort einige Probleme gesehen, denn ich wollte ja bestehende Seiten umziehen. Für manche Projekte hat sich das neue Theme perfekt geeignet, da ich dort eh mehr in die Richtung Shop gehen wollte, bei anderen Projekten, die eher seitenlastig waren und viele Informationen neben den Verkaufsseiten hatten schien es mir nicht so passend.

Daher sollte eure erste Überlegung sein, bevor Ihr euch für das Theme entscheidet, ob ihr wirklich in die Richtung „Fake Shop“ gehen wollt, bzw. wenn Ihr eher auf Informationsseiten setzen wollt, statt auf Produktdetails Seiten, ob Ihr dabei Produkte einblenden möchtet.

Wie bereits angedeutet, das Affiliate Theme ist auf dem neusten Stand der Technik, es ist schnell, sauber programmiert, responsiv, funktioniert mit den gern genutzten Plugins Yoast SEO und WP Rocket und ist vom Ansatz her sehr gut durchdacht. Um ein Fazit schon mal vorwegzunehmen, wenn Ihr diese Art von Affiliate Seite anstrebt, gibt es kein besseres Theme auf dem Markt.

Was kann das Affiliate Theme?

Ich denke es ist wichtig, den Aufbau eines Themes zu verstehen, damit man abschätzen kann, ob dieses für einen geeignet ist. Was das Theme besonders macht, sind die neuen Beitragstypen, die ich näher erläutern möchte.

Natürlich gibt es weiterhin Seiten, Beiträge, Kategorien und Schlagworte. Diese können wir ganz normal nutzen, wie wir es bei jedem anderen WordPress Theme auch haben.

Produktseiten

Neu bei dem Theme sind Produkte. Wir können bei dem Theme Produkte anlegen, entweder über eine Schnittstelle oder per Hand. Wir können dort Fotos hinterlegen, einen Preis, eine URL, einen Testbericht, eine Beschreibung und was noch sehr nett ist, über das bereits integrierte Advanced Custom Fields Produktmerkmale. Diese werden dann neben dem Bild und Kaufbutton als kleine Liste angezeigt. Wenn wir Yoast SEO nutzen, können wir sogar diese AFC mit Shortcodes im Title oder die Description verwenden. Vom Status her sind die Produkte ähnlich wie Beiträge.

Man kann für die Produktseiten ebenfalls Kategorien anlegen, die sich Taxonomien nennen. Der Unterschied zwischen den Beiträgen und Produkten ist nicht nur die speziell aufgebaute Produktdetailseite, sondern man kann Produkte an vielen Stellen des Theme anhand von Shortcodes ausgeben. Als Liste, Grid, mit oder ohne Kaufbutton, mit Link zur Detailseite, oder man kann die kompletten Produktdetailseiten ausschalten und die Produkte nur dafür nutzen um Beiträge oder Seiten damit anzureichern. Die Ausgabe kann von euch gesteuert werden, dazu eignen sich wieder die Taxonomien, nach denen man sortieren kann. Zudem kann man weitere Dinge pro Produkt festlegen wie Streichpreise, Bewertungen und Zubehör oder ähnliche Artikel.

affiliate-theme-produktseite

Taxonomien

Wie gesagt, Taxonomien sind die Kategorien für Produkte. Man kann eine gewisse Anzahl an Taxonomien anlegen und die Produkte dort einsortieren, wie bei Kategorien kann ein Produkt in verschiedenen Taxonomien sein. Welche Taxonomie man wählt, wie man Sie benennt bleibt jedem selbst überlassen. Lediglich WordPress hat ein paar Slugs für sich reserviert, die man nicht nutzen sollte. Jede Taxonomie erhält einen Slug und eine entsprechende Archivseite. Diese kann man wie bei Kategorien mit einer Beschreibung versehen. Die Taxonomien richten sich nicht nur an SEO Interessen, sondern sollen auch dem Kunden helfen, verschiedene Kriterien zur Auswahl zu haben. Was wären somit mögliche Taxonomien?

  • Marke der Produkte (Apple, Ikea, VW)
  • Farbe (schwarz, weiß, blau)
  • Größe (50 cm, über 2m)
  • Bedürfnistyp (Tierhalter, Leistungssportler)
  • Technische Einteilungen (mit Akku, ab 30 Watt)
  • Preisliche Einteilung (bis 100€, ab 200€)
  • Anwender Level (Anfänger, Profi, Fortgeschrittene)

Bei den Taxonomien bietet es sich an eine Einteilung nach Kaufkriterien zu treffen. Was wären bestimmte Kriterien die den Produkten entsprechen? Je umfangreicher das Sortiment ist, welches Ihr anbietet, umso schwerer wird es, geeignete Taxonomien zu finden. Dort wo die ACF ausgegeben werden, erscheinen auch die Taxonomien, die sogar auf die Archivseite verlinkt sein können.

affiliate-theme-taxonomien

Shops

Es besteht die Möglichkeit bei jedem Produkt eine Art Preisvergleich zu erstellen. Dazu werden die Shops genutzt. Hier kann man die Logos der Shops und eine Beschreibung anlegen. Diese kann man dann bei der Produktdetailseite für einen Preisvergleich nutzen. Leider werden für die Shops Archivseiten erstellt, was ich in einigen Fällen nicht so gut finde, diese Option lässt sich jedoch ausstellen.

Weitere Möglichkeiten

Damit der Bericht kein Roman wird und sich so gut wie alle Einzelheiten auch auf der Verkaufsseite von den endcore Jungs befinden, weitere Features mal im Schnelldurchlauf:

Design

Die Seite lässt sich dank Color Picker und vielen Einstellungsmöglichkeiten farblich ganz nach Belieben anpassen ohne auch nur eine Zeile CSS zu schreiben

Layout

Die Seite verwendet ein 12 Grid Layout. Die Verschiedenen Elemente lassen sich daran ganz einfach anpassen. Mit oder ohne Sidebar, wie breit soll die Sidebar sein, soll die Navigation sticky sein, mit oder ohne Slider, wollen wir Breadcrumbs usw. Die Layout Optionen sind wirklich sehr vielseitig.

Schnittstellen

Die Schnittstellen sind optional und kommen als extra Plugins daher. Wer diese nicht nutzen will brauch Sie nicht, wer Sie nutzen möchte wird sich wundern wie einfach es geht. Aktuell gibt es Schnittstellen zu Amazon, Affilinet, Zanox und belboon. Weitere Schnittstellen werden mit der Zeit sicherlich kommen.

Shortcodes

Es gibt noch eine ganze Menge Shortcodes, viel genutzt habe ich den Button und die Auflistung von Produkten. Viel ausprobiert habe ich zudem den Responsiv Content. Hier kann man anhand der Bildschirmgröße unterschiedlichen Inhalt der Seite anzeigen oder ausblenden lassen. Sehr interessante Funktion, wenn Ihr kurz darüber nachdenkt, fallen euch sicherlich gute Anwendungen ein.

Social Buttons

Bereits im Theme sind die verschiedensten Social Buttons verbaut, die man mit wenigen Klicks anpassen, ein neues Wording verpassen und groß und klein stellen kann. Zudem kann man entscheiden, bei welchen Artikeltypen und Archiven die Buttons erscheinen.

Wie arbeitet man am besten mit dem Theme

Zu Beginn habe ich von der Gefahr gesprochen, sich zu stark an ein Theme zu binden, indem es zu viele Individualisierungen hat. Bei dem Affiliate Theme ist diese Gefahr durchaus gegeben. Weiterhin, und trotz der vielen Möglichkeiten, ist die zweite Gefahr, sich zu sehr auf diese Möglichkeiten zu verlassen. Am Fließband kann man nun die Vergleichs- und Testseiten bauen, die nach einem Shop aussehen. Hat man früher sich jede Funktion die man seinem Theme durch Plugins hinzugefügt hat gut durchdacht und dreimal geprüft ob es aus Usersicht Sinn macht, sitzt man nun wie die Made im Speck und kann auf unzählige Funktionen zurückgreifen. Daher denkt gut nach, wann Ihr welche Funktion einsetzt und wo Ihr Sie platziert. Ob die Filterfunktion in der Sidebar Sinn macht oder durch zu viele Parameter keine sinnvollen Ergebnisse erzielt werden. Soll man wirklich Zubehör anzeigen, wenn die Kunden keinen Warenkorb haben, wo solch eine Upsell-Funktion sinnvoll ist?

Bevor Ihr Seiten mit dem Theme baut empfehle ich euch ein grobes Raster zu machen, wie Ihr das Theme nutzen wollt. Was sind Themen die Ihr ansprechen möchtet?

Schaut euch die Produkte an und überlegt, welche Kriterien Ihr als Taxonomie anlegen möchtet und welche als ACF. Braucht Ihr die Produktdetailseiten oder wollt Ihr die Produkte eher wie Werbung in die Seite einbinden? Welche Elemente kommen auf die Startseite? Braucht Ihr die Bewertungen? Wollt Ihr Preise anzeigen oder nicht? Sicherlich kann man manche Einstellungen immer wieder an- und abstellen doch bei manchen Einstellungen muss man sich zu Beginn der Arbeit festlegen, eine Umstellung ist meist mit jeder Menge Arbeit verbunden.

Ich empfehle euch zu Beginn kein richtiges Projekt mit dem Theme zu gestalten, nehmt eine Sub Domain oder eine Entwicklerumgebung und testet das Theme aus. Mit der Zeit werdet Ihr die Zusammenhänge der einzelnen Funktionen verstehen und warum es manchmal besser ist bestimmte Dinge anders zu machen, als es auf den ersten Blick als richtig erscheint. Versucht auch nicht euch zu sehr von den Möglichkeiten des Theme verleiten zu lassen und nutzt nicht immer alle Einstellungen, sondern nur die Funktionen, die euch weiterhelfen eine gute Seite für Besucher zu bauen.

Wenn Ihr das berücksichtigt, werdet Ihr mit der Zeit auf viele kreative Ideen kommen, wie man das Theme einsetzen kann und wie es euch helfen kann gute Webseiten zu bauen.

Weiterführende Links zum Affiliate Theme

Affiliate Theme Demos (Live Demos und chte Kundenprojekte)*

Affiliate Theme Dokumentation (inkl. Videotutorials vom Backend)*

Affiliate Theme Lizenzen (Single, Multi, Unlimeted)*

3 Gedanken zu „Affiliatetheme.io – Was es wirklich taugt

  1. Andre

    Danke für das ausführliche Overview. Ich bin am Überlegen dieses Theme zu kaufen, bin mir allerdings noch nicht sicher, ob das langfristig was bringt. Ich habe eben diese Bedenken, dass ich zu abhängig von dem Theme werde.

  2. Jonas

    Toller Beitrag, wollte mir dieses Theme letztens kaufen.
    Jetzt bin zum glück noch auf deinen Beitrag gestoßen.
    Du hast mir damit die Entscheidung enorm erleichtert.

    Jonas

  3. Lukas

    Ich habe eine Frage zu den Produktbildern. Ist es SEO technisch sinnvoll diese über einen Link direkt von Amazon einzubinden (spart Platz) oder sollte man diese auf den Server laden, dort bearbeiten und direkt einbinden? Gibt ja beide Funktionen in diesem Theme
    Danke schonmal 🙂

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