Lernen darf wachsen

Es gibt Sätze, die prägen Lernbiografien.
„Ich bin einfach nicht gut in Mathe.“
„Ich kann das halt nicht.“
„Die anderen sind einfach schlauer.“

Und genau da beginnt das Problem – und zugleich die Chance.


Was steckt hinter dem Growth Mindset?

Die Psychologin Carol Dweck unterscheidet zwischen zwei grundlegenden Denkweisen:
dem Fixed Mindset (statisches Selbstbild) und dem Growth Mindset (dynamisches Selbstbild).

Menschen mit einem Fixed Mindset glauben, dass Begabung und Intelligenz angeboren sind – man hat sie oder eben nicht.
Ein Growth Mindset hingegen geht davon aus, dass Fähigkeiten durch Anstrengung, Übung und Feedback wachsen können.

In der Schule bedeutet das:
Fehler sind keine Beweise für Unfähigkeit,
sondern Belege für Lernprozesse.


Darstellung von Growth Mindset

Die Bilder zum Thema Growth Mindest findet ihr: HIER


Warum das Growth Mindset in der Schule so wichtig ist

Ein Growth Mindset verändert, wie Kinder über Lernen denken – und wie sie mit Herausforderungen umgehen.
Kinder mit einem dynamischen Selbstbild …

  • trauen sich mehr zu,
  • bleiben bei schwierigen Aufgaben länger dran,
  • reflektieren ihr Lernen bewusster,
  • und entwickeln echte Lernfreude.

Das wirkt sich direkt auf die Lernkultur in der Klasse aus:
Wenn Lehrkräfte Feedback so formulieren, dass Anstrengung und Strategie statt „Talent“ im Mittelpunkt stehen,
entsteht eine Atmosphäre, in der Lernen sichtbar wird – und wachsen darf.


Wie können wir Growth Mindset fördern?

Ein Growth Mindset lässt sich nicht „belehren“, sondern erleben.
Es entsteht durch Haltung, Sprache und Strukturen im Unterricht.

1. Sprache verändert Denken.
Statt „Du bist so klug!“ lieber:

„Du hast dir wirklich Mühe gegeben.“
„Welche Strategie hat dir geholfen?“
„Was kannst du aus deinem Fehler lernen?“

2. Transparenz durch Kompetenzraster.
Wenn Kinder sehen, wo sie stehen und verstehen, was der nächste Schritt ist,
dann wird Fortschritt greifbar.
Kompetenzraster zeigen: Lernen ist ein Weg, kein Urteil. Beispiele zum Thema Kompetenzrasten findet ihr HIER!

3. Fehlerkultur statt Fehlerangst.
Ein offener Umgang mit Fehlern – z. B. in Lernjournalen, Reflexionsrunden oder „Fehler des Tages“-Momenten –
stärkt das Vertrauen, dass Irrtümer Teil des Lernens sind.

4. Lehrkräfte als Vorbilder.
Auch wir dürfen zeigen:
Ich lerne. Ich probiere. Ich wachse.
Wenn Kinder erleben, dass Erwachsene mit Neugier und Mut lernen,
dann ahmen sie diese Haltung nach.


Growth Mindset ist Haltung, nicht Methode

Ein Growth Mindset ist keine weitere „Strategie“, die man im Unterricht abhaken kann.
Es ist eine Haltung, die sich in der Sprache, in Feedbackformen,
in der Gestaltung von Aufgaben und Lernumgebungen widerspiegelt.

Schule kann ein Ort sein, an dem Kinder Selbstwirksamkeit erfahren,
weil sie spüren: Ich kann mich entwickeln. Ich wachse mit meinen Aufgaben. 

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