Im Mathematikunterricht der Grundschule ist es essenziell, dass Kinder ein tiefes Verständnis für den Aufbau unseres Zahlensystems entwickeln. Dabei geht es nicht nur um das Zählen oder Rechnen, sondern vor allem um das Verstehen, wie Zahlen aufgebaut sind – das sogenannte Stellenwertverständnis. Die Basis hierfür bildet unser dezimales System, in dem jede Ziffer einer Zahl je nach Position einen anderen Wert hat. Um genau dieses Verständnis zu fördern, nutzen wir im Unterricht anschauliche Materialien, wie auf den Bildern oben zu sehen ist.

Besonders stolz bin ich darauf, dass das gezeigte Stellenwertmaterial von mir selbst entworfen und hergestellt wurde. Die Kinder arbeiten mit einem Holzstellenwertsystem, das in Spalten für Tausender (T), Hunderter (H), Zehner (Z) und Einer (E) unterteilt ist. Mithilfe von farbigen Chips oder Würfeln wird jede Zahl in ihre Bestandteile zerlegt und visuell dargestellt. Dabei steht jeder grüne Chip oder Würfel für 100, jeder gelbe für 10 und jeder rote für 1.

Das erste Bild zeigt die Zahl 117. In der Hundertspalte liegt ein grüner Chip (100), in der Zehnerspalte ein gelber Chip (10) und in der Einerstelle sieben rote Chips (7 × 1). Die Kinder erkennen so deutlich: 117 setzt sich aus 100 + 10 + 7 zusammen. Durch das Anfassen, Verschieben und Zählen der Chips verinnerlichen sie ganz konkret, wie Zahlen aufgebaut sind – ein erster Schritt in Richtung sicheres Kopfrechnen und Zahlensinn.

Im zweiten Bild ist die Zahl 136 dargestellt. Auch hier sieht man eine grüne Einheit (100), drei gelbe Würfel (30) und sechs rote (6). Durch die klare visuelle Struktur wird das Prinzip des dekadischen Systems begreifbar: Jede Stelle ist zehnmal so viel wert wie die rechte Nachbarstelle. Die Kinder lernen, dass es nicht nur um „Ziffern“ geht, sondern um deren Bedeutung in einer Zahl.

Diese handelnde Auseinandersetzung mit Zahlen ist ein elementarer Bestandteil unseres Mathematikunterrichts. Sie folgt dem EIS-Prinzip: Erleben – Ikonisieren – Symbolisieren. Zunächst erleben die Kinder Zahlen ganz konkret mit Material (Erleben), später stellen sie sie als Zeichnungen oder Skizzen dar (Ikonisieren), bis sie schließlich die abstrakte Zahlschreibweise sicher beherrschen (Symbolisieren).

Ziel ist es, mathematisches Denken nachhaltig zu fördern. Denn wer Zahlen wirklich versteht, kann leichter rechnen, Probleme lösen und sogar Freude an Mathematik entwickeln. Das Stellenwertverständnis ist dabei ein Fundament, auf dem sich alle weiteren mathematischen Kompetenzen aufbauen lassen.

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